Die große Verheißung unbegrenzten Fortschritts und auf materiellen Überfluss wurde seit dem Beginn des Industriezeitalters zum Traum von Generationen. Die Ersetzung der menschlichen Körperkraft durch mechanische und später nukleare und andere Energieformen bis hin zur Ablösung des Verstandes durch den Computer bestärkte den Glauben an grenzenlosen industriellen Fortschritt.

Allmächtig durch Technik und Wissenschaft erlebten die Menschen ein neues Gefühl von Freiheit. Sie wurden Herren des eigenen Lebens, sie wurden frei von jeglichen Fesseln – so wurde es zumindest empfunden. –auch wenn dies zunächst nur für die Mitte l- und Oberschichten galt, verleitete dieser Zustand viele zu dem Glauben, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis diese Form von Wohlstand und Freiheit alle Schichten der Bevölkerung erreicht – gibt es doch Wachstum ohne Grenzen.

Betrachten wir die gegenwärtige Situation in der Welt, so treibt der Kapitalismus eher auf eine ausweglose Situation zu. Der Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten sinkt, die Arbeitslosigkeit nimmt erschreckend zu, der Ausweg in die Dienstleistungsgesellschaft erweist sich mehr und mehr als Illusion. Die Marktwirtschaft wird mit ihren größten Errungenschaften: Automatisierung und Globalisierung nicht mehr fertig. Oder scheint dies nur so?

Wir wollen uns im Seminar mit den Auswirkungen auf den Menschen beschäftigen. Wohin führt uns die „Freisetzung“ von immer mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess? Generationen, die sich in der Hauptsache über die von ihnen geleistete Arbeiten definierten, geht die Arbeit aus – was nun / was tun?